„Integrierte Berichterstattung“ – ein neues Buzz-Word oder ein sinnvoller Ansatz?

Die Unternehmensberatung PwC veröffentlichte jüngst einen Artikel, in dem die sog. „integrierte Berichterstattung“ propagiert und als Erfolgsfaktor für Unternehmen benannt wird.

Die eigentliche Frage, die für Interessierte dabei auftaucht, ist, was an diesem Ansatz generell neu bzw. innovativ ist? Und wenn dieser Ansatz neu ist, was sind die konkreten Vorteile?

Wenden wir uns der ersten Frage zu.

Zunächst sollte definiert werden, was unter dem Begriff zu verstehen ist. Das International Integrated Reporting Council (IIRC), welches die Untersuchung durchgeführt hat, auf die PwC verweist, versteht unter dem Begriff ein Reporting, welches ermöglicht, „ein ganzheitliches Bild des Unternehmens“ darzustellen. Hier haben wir aber schon wieder ein Buzz-Word, dass nicht unbedingt Licht ins Dunkel bringt.

Widmen wir uns hier mal kurz der Vergangenheit:

Anfang der 90er Jahre kam die Balanced Scorecared – kurz BSC – in Mode. Mit diesem Ansatz soll der Versuch gestartet werden, alles Wichtige / für die Organisation Relevante in Zahlen zu „verpacken“ um es einem einheitlichen Reporting zuzuführen. Als „wichtig“ gelten hierbei wohlgemerkt nicht nur finanzielle Kenngrößen wie Umsatz, Absatz, Ertrag oder Deckungsbeitrag, sondern auch auf den ersten Blick eher unübliche, mitunter auch „weiche“ Faktoren wie Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterfluktuation, Krankenstand, Durchlaufzeiten oder die Rückläuferquote.
Entscheidender Punkt bei diesem Kennzahlensystem ist es, dass die Ist-Messgrößen stets mit Soll-Werten verglichen werden, so dass relativ schnell ablesbar wird, ob sich Werte innerhalb der Parameter bewegen oder „ausreißen“ – und dass diese Messgrößen innerhalb der Organisation „nach unten“ gebrochen werden, also bis zur Abteilung oder der Produktionslinie.
Zweites Kernelement ist die Abbildung von Ursache-Wirkungsketten innerhalb dieser Kennzahlen, so geht z.B. die Innovationsleistung der F&E-Abteilung zurück, wenn wichtige Entwickler abwandern oder längere Zeit krank sind, was sich direkt in der Anzahl der Patente wiederschlägt und später sehr wahrscheinlich auch im Unternehmenserfolg.

Das könnte man durchaus als „ganzheitlichen Ansatz“ bezeichnen – nur war der Begriff Anfang der 90er Jahre noch nicht so populär.

Hinzu kommt nun bei dem „integrierten Reporting“ noch ein sehr wichtiger, vielleicht entscheidender Aspekt:
Es sollen auch Chancen und Risiken mit betrachtet werden, was definitionsgemäß immer ein Einschätzung der nahen, mittleren und fernen Zukunft ist.

Nimmt man nun diese plausiblen Ansätze zusammen, wird man sehr schnell feststellen, dass man hier durchaus von einem „integrierten Berichtswesen“ sprechen kann. Erst mit dem Vorliegen aller wesentlichen Informationen, die sich nicht ausschließlich auf finanzielle Kennzahlen stützen, können vernünftige Unternehmensentscheidungen gefällt werden, beispielsweise auch das Vorhandensein von Personalressourcen in der Zukunft mit die Prognose auf den Unternehmenserfolg einfließen, um nur einen wesentlichen Erfolgsfaktor der momentanen nationalen Wirtschaft zu erwähnen.

Exakt dies verfolgen wir mit den antares Reporting-Modulen schon seit nunmehr 10 Jahren und stellen fest, dass wir vieles richtig vorhergesehen haben!

Verweise:

Artikel von PwC: http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Integrierte-Berichterstattung-PwC-Analyse-zeigt-erste-Ansaetze-und-zunehmende-Verbreitung-2495736

Begriffsbestimmung und Beschreibung BSC aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Balanced_Scorecard